Gemeinsam für den binationalen Esprit des EuroAirport
Der EuroAirport ist der einzige binationale Flughafen der Welt. Von Frankreich und der Schweiz gemeinsam getragen, stellt er eine zentrale Verkehrsinfrastruktur für die ganze Region dar. Franck Leroy, Präsident der französischen Region Grand Est würdigte als Referent des diesjährigen Netzwerkanlasses der «Koordinationsplattform Secteur Suisse EAP» der Handelskammer beider Basel den Flughafen als strukturierendes Element. Im Namen der Region sicherte er den Anwesenden die Unterstützung für eine stabile und nachhaltige Lösung in der Frage des im Schweizer Sektor anwendbaren Arbeitsrechts zu.
Fotos: @Stadler - RGE und Handelskammer beider Basel
Der jährliche Netzwerkanlass der Koordinationsplattform vereint Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Politik und Verwaltung aus Frankreich und der Schweiz. Er bietet die Plattform, um sich über die aktuellen Herausforderungen des EuroAirport Basel-Mulhouse auszutauschen.
Zum Hauptthema wurde in diesem Jahr der binationale Esprit des Flughafens erhoben. Dieser Esprit bildet die Grundlage des Staatsvertrages von 1949, welcher Fundament des EuroAirport ist.
Wir von der Handelskammer beider Basel durften Franck Leroy, Präsident der Region Grand Est zum Secteur Suisse Anlass begrüssen.
Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg
Wie wichtig der Flughafen nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die Wirtschaft in unserer Region ist, hoben sowohl Regierungsrat Kaspar Sutter als auch der französische Senator Ludovic Haye in ihren Grussworten hervor. In ihren Voten kam spürbar zum Ausdruck, welche Bedeutung sie der Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg beimessen. Flankiert wurden sie dabei von Adrian Elkuch, dem seit April tätigen Chief Commercial Officer des EuroAirport, der auf die anstehende Weiterentwicklung der Infrastruktur des Flughafens hinwies.
Mit besonderem Interesse wurde das Referat von Franck Leroy, Präsident der Region Grand Est, erwartet. Gleich zu Beginn wies er darauf hin, dass eine Grenze zwar Territorien trenne, die Menschen jedoch nicht dazu verurteile, getrennt zu handeln.
Franck Leroy, Präsident der Region Grand Est, hob im Referat die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für die Region hervor
Flughafen verbindet Ökosysteme
Im Kern sei der Geist der Binationalität der Wille, gemeinsam das zu schaffen, was keiner allein erreichen könne. Er hob dabei die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für die Region hervor: «Entscheidungen, die hier getroffen werden, wirken sich auf Saint-Louis, Mulhouse, den Haut-Rhin und weit darüber hinaus aus.» Der Flughafen verbinde die grossen industriellen, pharmazeutischen, logistischen und luftfahrtbezogenen Ökosysteme des Oberrheins mit Europa und der Welt.
Für die Region Grand Est sei der Flughafen strategisch. Er liege nicht nur am Schnittpunkt von drei Ländern, sondern liege im Zentrum einer Interessengemeinschaft von Grenzgängern, von verflochtenen Wertschöpfungsketten und voneinander abhängigen Territorien.
Investitionen brauchen klare Regeln
Mit Blick auf die Frage des anwendbaren Arbeitsrechts im Schweizer Sektor unterstrich er die Notwendigkeit einer baldigen Lösung. «Unternehmen können nicht dauerhaft investieren, wenn die Regeln unklar sind», betonte Leroy. «Rechtssicherheit liegt daher im gemeinsamen Interesse von Unternehmen und Arbeitnehmern.»
Besonders erfreulich war seine Botschaft an die Anwesenden: «Die Region Grand Est unterstützt das Ziel einer stabilen und nachhaltigen Lösung und wird sich weiterhin bei den nationalen Behörden dafür einsetzen.» Er appellierte an die Regierungen der Schweiz und von Frankreich, diesem Thema den nötigen Impuls zu geben.
Die Koordinationsplattform versteht dies als Auftrag, ihrerseits in beiden Ländern aktiv zu bleiben, damit es möglichst bald zu einer sowohl für Unternehmen als auch Arbeitnehmer tragfähigen Lösung kommt.