Hoch hinaus: Von Basel direkt an den Strand
Sommerzeit ist Reisezeit: Für viele beginnt der Weg in die Ferien am EuroAirport. Seit 80 Jahren verbindet er unsere Region mit der Welt und macht sie offen, erreichbar und wettbewerbsfähig.
Dieser Artikel erschien erstmals in der Kleinbasler Zeitung, Ausgabe 6/26.
Koffer packen, in den 50er-Bus steigen, einchecken, abheben – direkt von Basel mit dem Flugzeug ans Meer, in die Berge oder in pulsierende Städte. Was heute selbstverständlich ist, begann vor 80 Jahren mit einer mutigen Idee: einen gemeinsamen Flughafen für die Region zu schaffen und Kräfte über die Grenzen hinweg zu bündeln. Dazu packten Frankreich und die Schweiz gemeinsam an: Frankreich stellte das Gelände, die Schweiz baute Pisten und Gebäude.
Wenige Monate nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine erste provisorische Piste.1946 landete das erste zivile Flugzeug, bevor die Regierungen den Flughafen kurz darauf einweihten. Die damalige Infrastruktur hatte mit der heutigen aber wenig zu tun: Die Piste bestand aus gelochten Stahlblechmatten aus amerikanischen Armeebeständen, die Gebäude aus Holzbaracken der französischen Armee. Der französisch schweizerische Staatsvertrag besiegelte 1949 den weiteren Erfolg des Flughafens. 1984 knackte er die Marke von einer Million Passagierinnen und Passagieren.
Drehscheibe mit Wirkung
Heute ist der EuroAirport eine zentrale Drehscheibe für unsere Region – und er ist auch für das grenznahe Deutschland gut erreichbar. Er verbindet nicht nur drei Länder, sondern auch Wirtschaftsräume, Menschen und Märkte. Mit rund hundert Direktverbindungen in mehr als 30 Länder sorgt er für kurze Wege – und macht unseren Standort attraktiver und wettbewerbsfähiger. Gleichzeitig ist der EuroAirport ein wichtiger Arbeitgeber. Über 6’700 Menschen halten den Flughafen in Betrieb, von der Fluglotsin über den Fluggerätmechaniker bis zum Boarding-Personal. Damit schafft und sichert er Arbeitsplätze in der gesamten Region.
Auf und davon – dank dem EuroAirport geht das seit 80 Jahren bequem ab Basel. (Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz/LBS_SR05-079082-37A)
Knotenpunkt für Waren
Auch für den Transport von Waren ist er ein wichtiger Knotenpunkt. Besonders für die Life Sciences ist der Flughafen mit seinem Cargo Terminal ein zentraler Partner – etwa beim Transport von sensiblen Gütern wie Medikamenten, für die klimatisierte Hallen sowie spezialisierte Kühl und Tief kühlräume bereitstehen. Das stärkt eine wichtige Schlüsselbranche unserer Region.
Fit in die Zukunft
Der EuroAirport ist dabei stetig in Bewegung. In den letzten Jahrzehnten erweiterte und modernisierte er laufend die Infrastruktur. Zuletzt sanierte er die Hauptpiste, sodass Flugzeuge nun auf einer frisch renovierten Betonpiste starten und landen. Insgesamt investiert der Flughafen in den kommenden Jahren über 600 Millionen Euro in seine Weiterentwicklung.
Ein wichtiges Projekt ist auch ein direkter Bahnanschluss, um den Flughafen besser erreichbar zu machen – und die trinationale Region noch enger zu vernetzen. Gleichzeitig gewinnt Nachhaltigkeit an Bedeutung. Dazu setzt der Flughafen unter anderem auf Photovoltaik, die Elektrifizierung von Fahrzeugen und neue Velowege. Zudem ist es ihm wichtig, den Nachtflug lärm weiter zu reduzieren.
Erfolg, der verbindet
Der EuroAirport ist ein Erfolgsmodell: Rund 9,6 Millionen Fluggäste nutzten ihn 2025 – so viele wie noch nie zuvor. Doch seine Bedeutung geht weit über Zahlen hinaus. Er ist ein Symbol dafür, was möglich ist, wenn Grenzen nicht trennen, sondern verbinden. Dann kommt unsere Region hoch hinaus.
Der Artikel in dr Kleinbasler Zeitung, Ausgabe 6/2026.