Damals wie heute – für die Wirtschaft da
Seit 150 Jahren setzt die Handelskammer beider Basel Impulse für die Wirtschaft. Die Herausforderungen haben sich im Laufe der Zeit verändert. Was Unternehmen brauchen, jedoch nicht: verlässliche Rahmenbedingungen. Entscheidend sind faire Steuern, offene Märkte, genügend Fachkräfte, leistungsfähige Infrastrukturen sowie möglichst wenig Regulierung und Bürokratie – damals wie heute.
Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin «Geschäftsführer*in Basel», Ausgabe 2/2026.
Am 28. Februar 1876 von Basler Unternehmern und Politikern gegründet, machen wir uns seit Anfang an für eine gute Erreichbarkeit stark: Bereits Ende des 19.Jahrhunderts engagieren wir uns für die Gotthardbahn, den Ausbau unseres Bundesbahnhofs und den Bau des Basistunnels Hauenstein. In den 1960er-Jahren wirken wir darauf hin, dass unsere Region an das Autobahnnetz an geschlossen wird. In den 2000er-Jahren treiben wir die Fusion der Rheinhäfen voran.
Aussenpolitisch geben wir ebenfalls früh Impulse. Wir setzen uns bereits 1878 für eine marktwirtschaftlichere eidgenössische Zollordnung ein, die der Grenzlage unserer Region gerecht wird. Wir bekämpfen Schutzzölle und Tiefstpreise, die unserer Wirtschaft mehr schaden als nützen. Nach dem Ersten Weltkrieg, der wirtschaftliche Not und Ungewissheit brachte, engagieren wir uns für den Bau des Zollfreilagers, damit sich Waren, Menschen und Ideen besser erreichen. In den 1950er-Jahren setzen wir uns für den Staatsvertrag mit der Europäischen Freihandelsassoziation ein.
Ebenso ist gute Bildung immer schon ein zentrales Anliegen für uns. Wir engagieren uns für eine starke Berufsbildung, für die wirtschaftswissenschaftliche Maturität, die Handelsschule sowie unsere Hochschulen. In der jüngeren Zeit lancieren wir die «tunBasel», um das Interesse an MINT-Berufen zu fördern. Die vielfältigen Arbeitswelten zeigen wir seit 2022 als Hauptsponsorin der Industrienächte auf.
Ein weiterer wichtiger Standortfaktor sind Finanzen und Steuern. Anfang des 20.Jahrhunderts setzen wir uns für die Gründung der Schweizerischen Nationalbank als Zentralbank und Aktiengesellschaft ein. Während der Hochkonjunktur in den 1950er-Jahren fordern wir Steuersenkungen. Ende der 2000er-Jahre kommt auf unsere Initiative Bewegung in die Unternehmensbesteuerung in beiden Basel.
Innovationen fördern wir ebenfalls von Anfang an. Etwa, indem wir Anfang des 20.Jahrhunderts die geplante Schweizer Mustermesse unterstützen, die über ein Jahrhundert Publikumsmagnet bleiben wird. In den 1980er-Jahren initiieren wir mit Partnern die Informations und Beratungsstelle für Innovationsfragen. Ab den 2010er-Jahren lancieren wir unsere drei Cluster in den Bereichen Life Sciences, Logistik und ICT, um Fortschritt und Vernetzung zu fördern.
Nicht zuletzt fordern wir stets: Nicht überregulieren! Ende des 19.Jahrhunderts wehren wir uns mit einer Stellungnahme zum Börsengesetz gegen eine zu starke Kontrolle der Börse. Während der Wirtschaftskrise halten wir dem Ruf nach mehr Staat dagegen, denn unsere Wirtschaft bleibt stärker und unabhängiger, wenn sie sich selbst organisiert. Und wir plädieren für mehr Freiheit des Markts – um nur einige Beispiele zu nennen.
Zu all diesen Standortfaktoren leisten wir auch heute einen Beitrag. Zum Beispiel, indem wir uns für bessere Verkehrsanbindungen stark machen – durch die Regio S-Bahn, die Margarethen-Tramverbindung, den Rheintunnel, die Entlastung der N18 und eine kontinuierliche Hafenentwicklung. Uns für genügend Raum zum Leben und Arbeiten einsetzen – mit einem Themendossier, Vorstössen im Landrat sowie im Grossen Rat und unserer Initiative «Basel vorwärts». Oder indem wir seit Jahren in beiden Basel niedrigere Einkommenssteuern
fordern, um Fachkräfte zu entlasten.
Unser Auftrag ist nach 150Jahren also derselbe: Brücken bauen zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Immer mit dem Ziel, dass Unternehmen investieren, wachsen und neue Ideen entwickeln können. In einem Umfeld, das Chancen ermöglicht statt blockiert.
Damals wie heute.