Entwicklungskonzept Stadtraum Morgartenring
Die geplante S‑Bahn‑Station Basel Neuallschwil ist aus Sicht der Handelskammer beider Basel ein zentrales Zukunftsprojekt für Basel‑West und die angrenzenden Wirtschaftsgebiete. Sie stärkt die regionale Vernetzung, verbessert die Erreichbarkeit wichtiger Arbeitsstandorte und eröffnet neue Perspektiven für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung der Region.
Die Handelskammer beider Basel begrüsst die geplante S-Bahn-Station Basel Neuallschwil ausdrücklich. Die neue Station ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt für die Entwicklung von Basel-West und die bessere Anbindung des Wirtschaftsstandorts Bachgraben. Sie stärkt die regionale Vernetzung, verbessert die Erreichbarkeit bedeutender Arbeits- und Entwicklungsgebiete und schafft einen zusätzlichen Zugang zum regionalen und internationalen Bahnnetz. Insbesondere im Zusammenspiel mit der geplanten Bahnanbindung des EuroAirports und der Weiterentwicklung des S-Bahn-Systems liegt in diesem Standort ein erhebliches Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Aus Sicht der Handelskammer ist entscheidend, dass die neue Anlage nicht lediglich als einfache Haltestelle verstanden wird, sondern als eigentliche Station mit städtebaulicher und wirtschaftlicher Wirkung. Die Entwicklung des Stadtraums rund um den Morgartenring bietet die Chance, einen neuen, gut vernetzten urbanen Schwerpunkt zwischen Basel und Allschwil zu schaffen. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Qualitäten des bestehenden Umfelds sorgfältig weiterzuentwickeln und gleichzeitig die hohe Erreichbarkeit für Bevölkerung, Unternehmen und Arbeitsplätze sicherzustellen. Das Entwicklungskonzept zeigt nachvollziehbar auf, dass sich der Raum Morgartenring künftig zwischen den Szenarien einer blossen Haltestelle und einer eigentlichen Station bewegen dürfte. Gerade deshalb ist eine qualitativ hochwertige räumliche Einbettung von grosser Bedeutung.
Die Handelskammer unterstützt insbesondere den integralen Ansatz des Entwicklungskonzepts, welcher die neue S-Bahn-Station als Teil eines grösseren regionalen Verkehrssystems versteht und die Siedlungsentwicklung mit der Verkehrsinfrastruktur koordiniert. Die bessere Vernetzung von Allschwil, Basel-West und dem Bachgraben stellt einen wichtigen Standortfaktor dar. Die geplante Station kann einen substanziellen Beitrag dazu leisten, den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen und gleichzeitig die Erreichbarkeit des Wirtschaftsraums insgesamt zu stärken. Ebenso ist die Einbettung in die übergeordneten Entwicklungsachsen der Region zentral.
Aus raumplanerischer Sicht braucht es einen ausgewogenen Ansatz, der die Aufwertung des öffentlichen Raums, attraktive Fuss- und Veloverbindungen sowie zusätzliche Grün- und Freiraumqualitäten mit einer funktionierenden Gesamtverkehrserschliessung verbindet. Die bestehenden Hauptachsen rund um den Morgartenring übernehmen heute wichtige Funktionen für den Pendler-, Gewerbe- und Wirtschaftsverkehr. Diese Erschliessungsfunktion muss auch künftig gewährleistet bleiben, insbesondere ist sicherzustellen, dass die Erreichbarkeit für den motorisierten Individualverkehr (MIV) jederzeit gewährleistet ist. Eine qualitative Weiterentwicklung des Stadtraums darf nicht zu Lasten der Leistungsfähigkeit des Verkehrsnetzes erfolgen. Vielmehr braucht es Lösungen, welche die verschiedenen Nutzungsansprüche sinnvoll miteinander verbinden. Zudem ist das Thema Kosten frühzeitig zu adressieren: Auflagen sind verhältnismässig auszugestalten und dürfen keine unverhältnismässigen Mehrkosten auslösen.
Die Handelskammer erachtet es zudem als richtig, dass das Entwicklungskonzept den Fokus auf eine bessere stadträumliche Vernetzung und die Weiterentwicklung der bestehenden Quartierstrukturen legt. Die Verbindung zwischen den Quartieren, die Aufwertung der Hauptachsen sowie die Verbesserung der Orientierung und Zugänglichkeit der neuen Station sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass die neue Infrastruktur ihre Wirkung tatsächlich entfalten kann. Wichtig erscheint dabei insbesondere, dass die neue Station als attraktiver Zugangspunkt wahrgenommen wird und nicht isoliert im Stadtraum liegt.
Im Zusammenhang mit den Trockenwiesen und den ökologischen Anforderungen unterstützt die Handelskammer das Ziel, tragfähige Lösungen zu finden, welche sowohl den Naturwerten als auch den Entwicklungsbedürfnissen des Standorts Rechnung tragen. Die neue Station ist für die Region von hohem öffentlichem Interesse. Entsprechend sollten die notwendigen Kompensations- und Ersatzmassnahmen so ausgestaltet werden, dass längerfristig eine möglichst gute funktionale Einbindung der Station möglich bleibt. Aus Sicht der Handelskammer ist deshalb nachvollziehbar, dass das Entwicklungskonzept langfristig eine Erschliessung der Station von beiden Seiten als wünschenswert bezeichnet.
Insgesamt beurteilt die Handelskammer beider Basel das Entwicklungskonzept als wichtige Grundlage für die weitere Planung. Die neue S-Bahn-Station Basel Neuallschwil bietet die Chance, einen bedeutenden Impuls für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung von Basel-West und Allschwil auszulösen.