Grüner Wasserstoff im Fokus

12.03.2026

Gemeinsam mit dem Verein «H2‑HUB Schweiz» und der Trinationalen Wasserstoff-Initiative «3H2» treiben wir den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in unserer Region aktiv voran. Beim «H2 On The Spot» in Muttenz – ein Event der Industrie für Politik, Behörden und Wirtschaft – machten wir beim Lokalaugenschein in der Florin AG deutlich, wie viel Potenzial in industriellen Anwendungen steckt und erhielten wertvolle Einblicke aus der Praxis.

Grüner Wasserstoff hat Zukunft. Davon sind wir überzeugt. Deshalb setzen wir uns mit dem H2-HUB Schweiz und der Trinationalen Wasserstoff-Initiative «3H2» dafür ein, dass unsere Region zum zentralen Dreh- und Angelpunkt dieses innovativen Energieträgers wird. Bei unserem Event «H2 On The Spot» bei der Florin AG in Muttenz erlebten wir eindrücklich, welche zentrale Rolle das grüne Molekül als Prozessenergie in der Lebensmittelindustrie spielen kann. Unter den Gästen waren Markus Bareit, Bundesamt für Energie, Sibylle Pauli, Standortförderung BL, Elisabeth Bresson, Amt für Umweltschutz und Energie BL, Sven König, IWB Basel, sowie weitere Persönlichkeiten aus Industrie und Wirtschaft.

Pioniergeist, Mut und Entschlossenheit

Die Florin AG betreibt als führende Playerin in der Herstellung von Ölen und Fetten anspruchsvolle Hitzeprozesse von 150 bis 230°C. Überraschend für viele: seit 1970 stellt das Unternehmen eigenen Wasserstoff her und veredelt damit seine Produkte. Die Jahresproduktion beträgt 80'000 Tonnen, davon 35'000 Tonnen aus Schweizer Rapsanbau. Das Team der Florin AG rund um Geschäftsführer Christian Florin zeigte eindrücklich, wie wichtig Wasserstoff in der stofflichen Verwendung in der Lebensmittelindustrie ist.

Das Bild zeigt eine Abfüllanlage eines Speiseölproduzenten Seit 1970 stellt die Florin AG eigenen Wasserstoff her und veredelt damit seine Produkte.
Dekarbonisierung ist greifbar

Aber nicht nur als Prozessenergie, sondern auch bei der Energiewende kann Wasserstoff zum Game-Changer werden. Für das Netto-Null-Ziel 2050 gilt, dass die Dekarbonisierung heute beginnt – mit vorausschauender Planung und gezielten Investitionen. Bei Florin AG ist dieser Wandel bereits spürbar. Nebst der stofflichen Verwendung von Wasserstoff denkt Geschäftsführer Christian Florin konsequent an die Energieversorgung von morgen. Die Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff rückt in greifbare Nähe. Dass im Hafen Birsfelden die Produktionsanlage des Projekts «H2‑Ökosystem beider Basel» liegt, ist ein entscheidender Vorteil. Die Transformation ist nicht nur technisch attraktiv, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.

Damit dieser Schritt Realität wird, braucht es jedoch die zugesprochenen Fördermittel für die Wasserstoff-Produktion in Birsfelden aus dem Schweizer Klima- und Innovationsgesetz (KlG). Denn dieses Projekt schafft weit mehr als einen Beitrag zur betrieblichen Dekarbonisierung: Es generiert regionale Wertschöpfung mit klarer nationaler Bedeutung. Die Förderung wäre ein starkes Signal der Schweiz, die ihren industriellen Pionierbetrieben den Rücken stärkt und den Wasserstoffhochlauf entschlossen vorantreibt.

Logistik braucht gute Rahmenbedingungen

Auch für die Logistik ist grüner Wasserstoff als Kraftstoff relevant. So möchte die Grollimund Transport AG, Haustransporteurin der Florin AG, ihre Fahrzeugflotte gerne dekarbonisieren, doch fehlende Rahmenbedingungen für Zero Emission Vehicles (ZEV) mit wasserstoffbasierten Antriebskonzepten wie BEV, FCEV, H2‑ICE und die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) ab 2029 drängen viele Schweizer Transporteure zurück zum Diesel. Investitionspläne geraten ins Wanken. Walter Grollimund bringt es auf den Punkt: «Wenn bessere LSVA‑Bedingungen für ZEV geschaffen werden und der Tankpreis stimmt, beginne ich sofort mit der Dekarbonisierung meiner Flotte.» Pasquale L. Piserchia von Linde Gas Schweiz AG ergänzte: «Konkurrenzfähige Wasserstoffpreise an der Tankstelle sind realistisch – wenn rund 100 Fahrzeuge aus der Region mit FCEV oder H2‑ICE Antrieb unterwegs sind und beste Rahmenbedingungen geschaffen werden.» .  

Neue Fördermöglichkeiten für kleine H2-Anlagen

Unser Event «H2 On The Spot» zeigte klar: Pioniergeist, Mut und Entschlossenheit – sowie der Anschluss an den European Hydrogen Backbone (EHB) sind zentral, damit grüner Wasserstoff in unserer Region Realität und die Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit der Schweiz gestärkt wird. Energiesicherheit wird immer wichtiger und die geopolitische Lage spricht eine deutliche Sprache. Gleichzeitig eröffnet das Hydrogen Valley Südbaden der trinationalen Region Basel neue Fördermöglichkeiten für kleine Wasserstoff-Anlagen und -Projekte und schafft damit zusätzlichen Rückenwind für den Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffwirtschaft.

Was es braucht, dass grüner Wasserstoff in unserer Region Zukunft hat, diskutierten unsere Gäste intensiv beim anschliessenden Netzwerk-Lunch. Themen waren die H2-Produktion in Birsfelden, innovative Wasserstoff-Anwendungen, neue Abnehmer in der Mobilität, Intralogistik in der Bau- und Hafenbranche, der Binnenschifffahrt, im Luftverkehr sowie E‑Fuels und Produktions-Perspektiven in der Region.

Gestalten Sie mit uns das Energiesystem der Zukunft.

Die Initiative H2-Hub Schweiz

Der H2-Hub Schweiz ist ein im Februar 2024 gegründeter Verein, der sich für die wirtschaftliche Anwendung von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten einsetzt. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die Basler Energieversorgerin IWB, die FM Holding AG / Avia, die  Getec Park Schweiz AG, die Schweizerischen Rheinhäfen und die Handelskammer beider Basel. Der Verein fördert den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Experten, Wissenschaftlerinnen, Forschungsinstitutionen, Kantonen und Unternehmen. Im Fokus steht die Etablierung von Wasserstoff als Schlüsselenergieträger der Zukunft. Durch die Förderung der Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff, den Anschluss an den European Hydrogen Backbone und die Unterstützung konkreter Projekte wird die Region Basel eine zentrale Rolle in der Energieversorgung der Schweiz spielen.

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