Globalisierung im Wandel: Chancen und Risiken für die Schweiz

12.10.2026

Die Weltwirtschaft ist im Umbruch. Warum die Schweiz trotz unsicherem Umfeld gute Voraussetzungen mitbringt, um international erfolgreich zu bleiben, darüber spricht Ökonom und Referent Prof. Dr. Aymo Brunetti im Vorfeld unseres Fachkongresses Radar Aussenwirtschaft.  

Geopolitische Spannungen und Handelskonflikte prägen die Weltwirtschaft. Steht die Globalisierung vor einem Wandel? 

Ich hoffe, und glaube es eigentlich auch, dass es sich nicht um eine generelle Abkehr von der Globalisierung handelt. Auf den unseligen Wandel der US-Aussenhandelspolitik in den letzten Jahren reagieren zahlreiche Staaten verstärkt damit, ihr Netz von Freihandelsabkommen auszudehnen. Kanada ist hier ein besonders prominentes und ermutigendes Beispiel. Und auch in den USA ist nicht ausgeschlossen, dass das Land mittelfristig – wenn die Kosten des kruden Protektionismus immer offensichtlicher werden – wieder zur traditionellen Rolle als Promotor des globalen Freihandels zurückfindet. 

Fachkongress «Radar Aussenwirtschaft»  

Wann? Dienstag, 10. November, 09.00 bis 13.30 Uhr
Wo? Straumann Holding AG, Basel.

Unser Fachkongress beleuchtet die zentralen Erfolgsfaktoren im internationalen Handel und zeigt auf, wie Führungskräfte ihre Organisationen widerstandsfähig, anpassungsfähig und zukunftsgerichtet aufstellen können. Seien Sie dabei und lassen Sie sich von führenden Expertinnen und Experten inspirieren. 

Weitere Informationen und Anmeldung 

Wie bleiben Schweizer Unternehmen in den kommenden Jahren international erfolgreich? 

Wenn wir die äusserst erfolgreiche Vergangenheit ansehen, gilt eigentlich «weiter wie bisher». Die Schweizer Wirtschaft und insbesondere ihr exportorientierter Teil hat sich in den letzten 20 Jahren als extrem resilient erwiesen. Obwohl wir von einer Abfolge von globalen Schocks ganz unterschiedlicher Natur getroffen wurden, war der Einbruch der Schweizer Wirtschaft immer deutlich weniger stark als in vergleichbaren Ländern und die Unternehmen haben sich sehr rasch an neue Begebenheiten angepasst. Ich sehe wenig Gründe, warum das in Zukunft anders sein sollte, und sehe deshalb bei den Unternahmen kaum Anpassungsbedarf.

Wo sehen Sie die grösste Chance für die Schweiz? 

In welchen Branchen die Zukunftschancen liegen, kann ex ante niemand sagen. Erfolgsversprechend ist eine Kombination aus attraktiven Rahmenbedingungen, die der Wirtschaft möglichst viele Wege offenlassen, und möglichst viele Unternehmen in verschiedenen Branchen, die sich dem globalen Wettbewerb stellen. Beide Voraussetzungen erfüllen die Schweizer Wirtschaft und Wirtschaftspolitik bisher eindeutig. Eine wichtige Basis, dass das so weiter geht, ist allerdings, dass die Schweiz ihren weitgehenden Marktzugang zu ihren wichtigsten Handelspartnerinnen – den EU-Ländern – beibehalten kann. Entsprechend bedeutend sind die Bilateralen III. 

Portraitfoto Aymo Brunetti Aymo Brunetti ist Professor am Departement für Volkswirtschaftslehreder Universität Bern, Präsident des Universitätsrats der Universität Basel und ehemaliger Chefökonom des Bundes. An unserem Fachkongress «Radar Aussenwirtschaft» diskutiert er am Podium mit uns über die Zukunft der Globalisierung und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz. 

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