Nahtlos verbunden

07.08.2026

Eine leistungsfähige, trinationale S-Bahn ist zentral, damit unsere Region gut erreichbar und erfolgreich bleibt. Die Durchmesserlinie zwischen Basel SBB und dem Badischen Bahnhof bildet die Basis dazu. An der Regio-Plattform «Durchmesserlinie Basel: Wie gelingt der Quantensprung für den öffentlichen Verkehr?» informieren wir am 17. August 2026 über die aktuellen Entwicklungen und diskutieren mit hochkarätigen Expertinnen und Experten und Vertretern aus Politik und Öffentlichkeit.

Der Beitrag ist erstmals im Magazin twice der Handelskammer beider Basel erschienen.  

Das Gutachten «Verkehr 2045» der ETH Zürich schob den Tiefbahnhof Basel SBB und das Herzstück in seiner geplanten Form bis 2045 auf – und löste damit ein verkehrspolitisches Umdenken aus. Damit unser Standort in absehbarer Zeit vorwärts kommt, fokussiert die Region auf das Kernstück des S-Bahn-Ausbaus: die unterirdische Durchmesserlinie zwischen Basel SBB und dem Badischen Bahnhof.

REALISTISCH UND ZEITNAH UMSETZBAR 

Die Durchmesserlinie ist die einzig realistische Lösung, damit unsere Region beim Schienenverkehr in Bewegung bleibt. Wegen der schweizweit bereits heute angehäuften massiven Mehrkosten von 14 Milliarden Franken beim Bahnausbau ist das komplexe, kostenintensive Herzstück schlicht nicht umsetzbar. Zumal der Bahninfrastrukturfonds an seine Grenzen stösst und der Bund einen Kostenrahmen für Bahnprojekte bis 2045 von maximal 24 Milliarden Franken setzt.  

Eine Durchmesserlinie verbessert das S-Bahn-Angebot in unserer Region bereits in rund 25 Jahren massiv. Durch den Verzicht auf teure Bauten lassen sich die Kosten gemäss ersten Schätzungen um mindestens die Hälfte senken. Das macht den Ausbau politisch deutlich realistischer. Mit dem Fokus auf eine Durchmesserlinie zeigt die Region Augenmass – auch gegenüber anderen Kantonen mit kostspieligen Bahnvorhaben. Dies schafft Goodwill, stärkt die Glaubwürdigkeit und erleichtert Allianzen – ein wichtiges Gut im politischen Ringen um Bundesgelder. Diese Strategie zeigt bereits Wirkung: Am nationalen Bahnkongress Bahn26 haben sich sechs Kantone – neben den beiden Basel auch Genf, Tessin, Waadt und Wallis – in einer Resolution für die Durchmesserlinie in unserer Region ausgesprochen. Auch der Bundesrat hat das Projekt in die Vernehmlassungsvorlage zum verkehrspolitischen Ausbauprogramm bis 2045 «Verkehr ‘45» aufgenommen und sieht vor, einen substanziellen Betrag zu sprechen.  

1. QUANTENSPRUNG IM S-BAHN-ANGEBOT 

Die Durchmesserlinie bringt als zentrales Element des S-Bahn-Ausbaus grossen Nutzen, indem sie neue Verbindungen schafft: Sie verbindet nicht nur die beiden Basler Hauptbahnhöfe und ermöglicht durchgehende S-Bahn-Verbindungen rund um Basel. Dank ihr fahren Züge aus dem Birstal, dem Ergolztal und dem Fricktal direkt zum Badischen Bahnhof und weiter ins Wiesental oder Richtung Hochrhein. Sie verbindet das Kleinbasel, Riehen sowie zahlreiche Ortschaften in Deutschland nahtlos mit dem Grossraum Basel und der Nordwestschweiz. Dank der Durchmesserlinie können sämtliche Regionalzüge aus Deutschland direkt ins Schweizer Netz weiterfahren – ohne dass sie wie bisher zeitaufwendig am Badischen Bahnhof wenden müssen. Und sie ergänzt die per Ende 2030 angestrebten S-Bahn-Linien Schweiz – Frankreich, die die Schweizer Täler mit der Achse Mulhouse – Saint-Louis verbinden.  

Die Durchmesserlinie vernetzt somit die Agglomeration besser. Dies bringt einen grossen volkswirtschaftlichen Vorteil. Denn Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber erreichen einander schneller, Geschäftspartner vernetzen sich leichter, Anbieterinnen und Kunden haben kürzere Wege. Das stärkt die Agglomeration und damit unseren Wirtschaftsraum: durch mehr Produktivität, Innovationskraft und mögliche Geschäftsbeziehungen. Laut Berechnungen der volkswirtschaftlichen Berater BSS liegen die Agglomerationseffekte bis 2040 bei rund zwei Milliarden Franken pro Jahr. 

2. VERBINDLICH STATT ÜBERKOMPLEX 

Mit der Vorstudie «Kapazitätsausbau Knoten Basel», auf der die bisherigen Herzstück-Planungen basieren, liegt eine der gründlichsten Verkehrsuntersuchungen der Schweiz für die nächsten Jahrzehnte vor. Die Durchmesserlinie ist der Kern dieses Gesamtausbaus – kein neues Projekt. Der Bahnknoten Basel wurde so detailliert analysiert wie kaum ein anderes Bahnprojekt. Das Vorgehen beim Herzstück generierte grosses Wissen, machte das Vorhaben aber auch so komplex. Die Zürcher S-Bahn wurde im Gegensatz dazu Schritt für Schritt entwickelt. Hätte man Ende der Siebzigerjahre die Kosten und den Zeithorizont des Gesamtsystems bis heute geplant, wären die schieren Ausmasse auf keine Akzeptanz gestossen. Es ist also sinnvoller, in kürzeren Zeithorizonten zu denken, um unsere Region nachhaltig zu bewegen.  

In der nächsten Etappe – also in den kommenden 25 Jahren – fokussieren wir uns deshalb auf die Durchmesserlinie als neues Kernstück des S-Bahn-Ausbaus in unserer Region. Nur so bleibt unser Standort in Zukunft nahtlos verbunden.  

Regio-Plattform: «Durchmesserlinie Basel: Wie gelingt der Quantensprung für den öffentlichen Verkehr?»

Die Handelskammer beider Basel, die Regio Basiliensis und die Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz laden herzlich zur Regio-Plattform zur Durchmesserlinie ein.

Montag, 17. August 2026 | 18:30 Uhr
Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt, Dufourstrasse 40, 4052 Basel.
 
18.30 Uhr: Begrüssung        

  • Dr. Kathrin Amacker, Präsidentin Regio Basiliensis

Verkehr’45 und Botschaft 2027: Wo stehen Bahnausbau und Durchmesserlinie Basel?        

Marco Galli, Koordinator für den Bahnknoten Basel

Podiumsdiskussion:

  • Florence Brenzikofer, Nationalrätin Basel-Landschaft
  • Martin Dätwyler, Direktor Handelskammer beider Basel
  • Patricia von Falkenstein, Nationalrätin Basel-Stadt
  • Esther Keller, Regierungsrätin Basel-Stadt, Bau- und Verkehrsdepartement
  • Christoph Zurflüh, Geschäftsführer Komitee Durchgangsbahnhof Luzern
  • Moderation:  Dieter Kohler Moderator und Journalist

Schlusswort:        

  • Felix Wettstein, Co-Präsident Starke Region Basel/Nordwestschweiz

20.00 Uhr: Netzwerkapéro  

Weitere Informationen und Anmeldung      

Das Bild zeigt einen Zug und ein Bahngleis mit Menschen. © SBB CFF FFS

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