Erfolg ist nicht selbstverständlich

15.09.2026

Wer durch die Region Basel fährt, sieht moderne Forschungsgebäude, Produktionsanlagen und Unternehmensstandorte von Weltrang. Sie stehen für einen Wirtschaftszweig, der die Region prägt wie kaum ein anderer: die Life Sciences. Doch der Erfolg des Clusters steht auf dem Spiel.

Der internationale Wettbewerb um Investitionen in Forschung und Produktion hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Während die USA und China gezielt um Pharmaunternehmen werben und attraktive Rahmenbedingungen schaffen, verliert die Schweiz an Boden. Ihr Anteil an den in Europa angekündigten Pharma-Investitionen sank von 29 Prozent in den Jahren 2016 bis 2021 auf noch zwölf Prozent seit 2022.  

«Die Schweiz verfügt weiterhin über hervorragende Voraussetzungen. Doch andere Länder investieren gezielt in ihre Standorte und verbessern ihre Rahmenbedingungen. Die Schweiz darf sich nicht auf ihren bisherigen Erfolgen ausruhen», sagt René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma.

Infografik Die Schweiz verliert im Wettbewerb um neue Pharma-Investitionen an Bedeutung. Ihr Anteil an den in Europa angekündigten Investitionen sank von 29 Prozent auf 12 Prozent.
Investiert die Pharma, profitiert die Region  

Dabei steht viel auf dem Spiel. Neue Investitionen in der Pharmaindustrie schaffen nicht nur hochqualifizierte Arbeitsplätze innerhalb der Unternehmen. Sie generieren Aufträge für Bauunternehmen, Zulieferer, Dienstleister und viele weitere Branchen. Eine von Interpharma in Auftrag gegebene Analyse des Instituts BAK Economics zeigt, dass eine einzelne Produktionsanlage für biologische Wirkstoffe während Bau und Betrieb Wertschöpfung von mehreren hundert Millionen Franken auslöst und rund 1'570 Arbeitsplätze in einer Region schaffen kann.  

Ohne Pharma fehlen dem Standort Milliarden 

Von einer erfolgreichen Pharmaindustrie profitieren aber nicht nur Unternehmen und Mitarbeitende. Auch die öffentliche Hand ist auf einen starken Life Sciences-Standort angewiesen. Ohne die Pharmabranche würden Bund, Kantonen und Gemeinden jährlich acht bis zehn Milliarden Franken an Einnahmen fehlen. Für Basel-Stadt ergäbe sich ein Einnahmenrückgang von fast einer Milliarde Franken, wie eine weitere aktuelle Studie von Wellershoff & Partners zeigt.  

«Die Pharmaindustrie finanziert über Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Steuern einen wesentlichen Teil unseres Wohlstands und trägt zur Finanzierung wichtiger staatlicher Leistungen bei. Wir müssen Sorge tragen, dass das so bleibt», betont Buholzer. 

Jetzt die richtigen Weichen stellen 

Für die Handelskammer beider Basel sind die Erkenntnisse ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig eine vorausschauende Standortpolitik ist. Schnelle Verfahren für klinische Studien, ein rascher Zugang zu innovativen Therapien, ein innovationsfreundliches Vergütungssystem für Medikamente, international konkurrenzfähige Regulierungen, stabile Beziehungen zur EU und der Zugang zu qualifizierten Fachkräften sind entscheidend, damit die Region Basel auch künftig zu den führenden Life-Sciences-Standorten der Welt gehört.  

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare verfasst.

Newsletter