Darum ist Ausbildung Chefsache

06.10.2026

Der Einsatz von KI ist grundsätzlich positiv: Er stärkt Unternehmen, fördert Innovationen und schafft Wachstum. Gleichzeitig stellt sich eine wichtige Frage: Woher kommen die Fachkräfte von morgen, wenn klassische Einstiegsjobs wegfallen?

Diese Kolumne von Karin Valone, Leiterin Bildung Handelskammer beider Basel, erschien erstmals im Magazin «Geschäftsführer*in Basel», Ausgabe Herbst 2026.

Viele Unternehmen stehen wegen der instabilen geopolitischen Lage unter Druck. Kosten und Wettbewerb nehmen zu. Deshalb prüfen sie bei der Personalplanung genau, welche Funktionen sie künftig noch brauchen. Bei diesen kurz- und mittelfristigen Effizienzüberlegungen darf man jedoch die langfristige Realität nicht ausser Acht lassen: In den nächsten fünf bis zehn Jahren gehen viele Fach- und Führungskräfte in Pension. Gleichzeitig gab es laut einem Online-Stellenportal im letzten Jahr ein Drittel weniger Ausschreibungen für Einstiegsstellen als zwischen 2019 und 2022.

Wir dürfen diese beiden Entwicklungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Expertise lässt sich nicht kurzfristig aufbauen und Führungskräfte entwickeln sich nicht von selbst. Wer in zehn Jahren gute Projektleitende, Teamverantwortliche oder Geschäftsleitungsmitglieder braucht, muss heute in Lernende, Praktikantinnen, Berufseinsteiger und Hochschulabsolvierende investieren.

Aus Sicht der Handelskammer beider Basel ist klar: Die Förderung junger Menschen darf nicht nur unter dem Blickwinkel kurzfristiger Effizienz und von Kosteneinsparungen beurteilt werden. Die Ausbildung und Entwicklung zukünftiger Fachkräfte ist eine strategische Investition in die Zukunft von Unternehmen und Branchen. Darum gehört sie auf die Agenda der Geschäftsleitung, als wichtige Führungsaufgabe.

Die Anforderungen an die Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger verändern sich: Sie übernehmen künftig weniger Routine- und Rechercheaufgaben. Stattdessen nutzen sie KI und können damit schneller selbstständig arbeiten sowie Verantwortung übernehmen. Lässt sich ein Unternehmen darauf ein, ist das Chance und Gewinn zugleich, heute und langfristig.

Wer Ausbildung nur als Kostenfaktor sieht, profitiert kurzfristig von neuen Technologien. Wer Ausbildung hingegen als strategische Investition versteht, stärkt den langfristigen Erfolg. Denn KI kann Prozesse beschleunigen und Aufgaben automatisieren. Sie ersetzt aber nicht die nächste Generation von Fachkräften, Führungspersonen und Unternehmerinnen.

Darum muss Ausbildung Chefsache sein, nicht aus gesellschaftlichem Pflichtgefühl, sondern weil die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen langfristig davon abhängt.

Artikel im Geschäftsführerin-Magazin. Auf dem Foto: Karin Valone, Leiterin Bildung Handelskammer beider Basel Aus Sicht der Handelskammer beider Basel ist klar: Die Förderung junger Menschen darf nicht nur unter dem Blickwinkel kurzfristiger Effizienz und von Kosteneinsparungen beurteilt werden. Kolumne von Karin Valone, Leiterin Bildung Handelskammer beider Basel im Magazin «Geschäftsführer*in Basel»

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