Drucken

19. Mai 2014

Handlungsbedarf bei der überlasteten Osttangente

Die Osttangente in Basel, der meistbefahrene Autobahnabschnitt der Region, ist regelmässig überlastet. Die Handelskammer beider Basel fordert deshalb, dass schnellstmöglich ein Ausbau des Abschnitts auf drei Spuren pro Richtung erfolgt. Die Erweiterung muss dabei lokale Verkehrsströme genauso berücksichtigen wie den Transitverkehr.

 

STOT steht für Strukturverbesserung Osttangente. Die Osttangente ist der Autobahnabschnitt der A2 vom Gellertdreieck bis zum Schwarzwaldtunnel. Dieser ist mit bis zu 150'000 Fahrzeugen täglich in der Region der meistbefahrene, schweizweit der zweitmeist befahrene Autobahnabschnitt. Auch ohne Verkehrsbeeinträchtigung wie Unfälle oder Baustellen staut sich der Verkehr hier in den Morgen- und Abendstunden sowie vermehrt auch ausserhalb der Pendlerzeiten täglich. Die Kapazitäten sind nicht nur erreicht, sie sind längst überschritten.

 

Die Osttangente ist ein Autobahnabschnitt, auf dem sich lokale, regionale und internationale Verkehre drängen. Diese haben verschiedene Ansprüche, denen die Osttangente gerecht werden muss. Weiter ist sie für die Wirtschaft von strategischer Bedeutung, denn der Logistikstandort Region Basel besitzt eine wichtige Versorgungsfunktion für die Schweiz. In diesem Versorgungsnetz nimmt die Osttangente eine Schlüsselposition ein.

 

Sanierung und Erweiterung gleichzeitig durchführen

Nach 35 Jahren Betrieb muss die Osttangente in absehbarer Zeit umfassend saniert werden. Die entsprechenden Baustellen und provisorischen Verkehrsführungen müssen errichtet werden. Diese notwendigen Massnahmen führen automatisch zu mehr Verkehrsbehinderungen rund um dieses  Gebiet. Es erscheint nur logisch, dass während dieser Sanierung gleichzeitig eine Erweiterung realisiert werden muss, wenn verhindert werden soll, dass innert kurzer Zeit gleich zwei Mal ein Provisorium errichtet wird.

 

Zweifel an der unteridischen Variante

Die Erweiterung der Osttangente muss Verbesserungen für den Transit genauso wie für den regionalen und lokalen Verkehr bringen. Martin Dätwyler, stv. Direktor der Handelskammer,  hat Zweifel, ob die Variante mit zwei unterirdischen Tunnelspuren, die momentan vom Bund überprüft wird, diesen Zweck erfüllt: "70 Prozent des Verkehrs auf der Osttangente ist lokaler Verkehr. Die momentan vorgesehene Variante sieht in der Süd-Nord-Richtung für die Ausfahrt Basel-Breite nur noch eine Spur vor, da zwei Spuren in den Untergrund verlegt würden. Staus und massive Verkehrsbehinderungen sind so auf dieser Spur vorprogrammiert, die Zweckmässigkeit dieser Variante muss deshalb überprüft werden",  so Dätwyler. Denn nur bei einer Überprüfung verschiedener Wege wird der sinnvollste gefunden. Dass die Variante mit einem Tunnel unter dem Rhein hindurch unvorteilhaft ist, zeigt sich nicht zuletzt beim Kosten-Nutzen-Verhältnis. Nebst dem eigentlichen Strassentunnel müsste laut dem Bundesamt für Strassen zusätzlich ein Rettungsstollen gebaut werden. De facto werden also zwei Röhren benötigt, was die Erstellungskosten ungemein in die Höhe treibt.

 

Jede Variante bringt Betroffene

Bei einem Bauprojekt in den Dimensionen der Osttangente, das mitten in dicht besiedeltem Stadtgebiet umgesetzt werden muss, kann nicht verhindert werden, dass es Betroffene gibt. Bei der Überprüfung der verschiedenen Varianten müssen die technischen Machbarkeiten deshalb stets im Wissen um die Nachteile, die die Varianten für betroffene Anwohner mit sich bringen, evaluiert werden. Jede Variante wird gravierende Auswirkungen mit sich bringen. So wird z. B. der Abschnitt Gellert nur überdeckt und damit der oberirdische Lebensraum nur aufgewertet, wenn die Tunnelvariante nicht gebaut wird. Die Probleme, die im Zusammenhang mit dem Projekt Osttangente bestehen, sind nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem, oder gerade deshalb ist für Martin Dätwyler klar: "Es muss vorwärts gemacht werden mit der Erweiterung der Osttangente. Der Entscheid, welche Variante umgesetzt werden soll, bedarf aber noch einer gründlichen Überprüfung."

 

Wirtschafts- und Strassenverbände sind sich einig

An der Medienorientierung vom 19. Mai waren sich denn die Handelskammer beider Basel, die Wirtschaftskammer Baselland, der Gewerbeverband Basel-Stadt, der ACS beider Basel und der TCS beider Basel einig: Die baselstädtische Regierung muss sich noch dieses Jahr für eine der möglichen Ausbauvarianten an der Osttangente entscheiden.

 

Downloads

Präsentation.pdf

Medienmitteilung.pdf

 

Martin Dätwyler
Direktor a.i.
m.daetwyler@hkbb.ch
T +41 61 270 60 81

Artikel teilen

per E-Mail weiterleiten

Kommentare



Hinweis: Ihr Kommentar wird nach Erhalt geprüft. Die Handelskammer entscheidet über die Freigabe.



Das könnte Sie auch interessieren