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07. September 2016

AHV sichern, nicht ruinieren

Die AHVplus-Initiative will zehn Prozent höhere Renten für alle. Können und sollen wir uns das leisten? Nein!

 

Nein zu AHVplus

 

Darüber stimmen wir ab

Die Gewerkschaftsinitiative verlangt, dass alle derzeitigen und künftigen AHV-Altersrenten um zehn Prozent erhöht werden. Was heisst das in Zahlen?

 

2015 wurden für rund 41 Milliarden Franken AHV-Renten ausgezahlt, eine Erhöhung um zehn Prozent kostet somit 4,1 Milliarden Franken pro Jahr zusätzlich. Infolge der Überalterung der Gesellschaft haben jedoch immer mehr Menschen Anspruch auf die AHV. In 15 Jahren dürfte der Zusatzbedarf deshalb auf jährlich 5,5 Milliarden Franken ansteigen, total also auf 46,5 Milliarden Franken pro Jahr. Der Initiativtext lässt offen, wer diese Mehrkosten bezahlen muss. Wahrscheinlich ist, dass dies über höhere Lohnbeiträge erfolgen wird. Die Arbeitsnehmer müssten also eine Lohnkürzung in Kauf nehmen.

 

Sicher ist, dass wenn die Babyboomer-Jahrgänge 2030 in Rente sind, die AHV ein Defizit vom rund 7,5 Milliarden Franken aufweist – mit der von der Initiative geforderten Rentenerhöhungen erhöhen sich die Verschuldung gar auf 11,6 Milliarden Franken. Der AHV-Reservefonds wird bereits 2031 aufgebraucht sein und vier Jahre später mehr als 43 Milliarden Franken Schulden angehäuft haben. Dieses Finanzierungsloch müssten kommende Generationen stopfen.

 

Dies ist nicht Thema der AHVplus-Abstimmung

Die Abstimmung fällt mitten in die ordentliche parlamentarische Beratung zur Altersvorsorge-Reform und greift dieser vor. Infolge der demografischen Entwicklung droht der AHV – auch ohne giesskannenartige Rentenerhöhung um zehn Prozent – eine rasch ansteigende Finanzierungslücke. In diesem Zusammenhang vorgeschlagene Massnahmen, wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer oder des Rentenalters für Frauen, ist nicht Thema der Abstimmung AHVplus vom 25. September.

 

Bevor wir also namhafte Mehrausgaben beschliessen, sollten wir die AHV sichern. Bundesrat und Parlament lehnen deshalb die Initiative ab. Denn die Initiative AHVplus bewirkt mit der unbedachten Rentenerhöhung nach dem Giesskannenprinzip das Gegenteil und gefährdet unsere Altersvorsorge! Deshalb NEIN zu AHVplus.

 

Dr. Franz A. Saladin
Direktor
f.saladin@hkbb.ch
T +41 61 270 60 70

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