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23. Juni 2014

Auf dem richtigen Weg – Bildungsharmonisierung BL

Die Handelskammer beider Basel steht klar hinter den Überlegungen seitens Baselland, die obligatorische Schule strukturell und inhaltlich zu harmonisieren. Denn: Für die Wirtschaftsregion Basel stellen die nationalen, die nordwestschweizerischen und erst recht die bi-kantonalen Anstrengungen zur Bildungsharmonisierung in vielerlei Hinsicht eine Errungenschaft dar:

 

  • Für die Unternehmen – KMU wie auch global agierende Grossunternehmen aus Industrie und Handel – ist die strukturelle und mit dem Lehrplan 21 auch inhaltliche Harmonisierung der Bildungssysteme ein wesentlicher Standortfaktor. Ein einheitliches Schulsystem ermöglicht den Unternehmen den Überblick über Ausbildungsstandards und hilft ihnen bei der Rekrutierung von Fachkräften. Und: Harmonisierte Bildungssysteme  erleichtern den berufstätigen Eltern die Wahl eines allfälligen neuen Arbeits- und Wohnort, wenn sie wissen, dass ihre Kinder deswegen keine schulischen Hindernisse oder Einbussen haben.

 

  • Die Checks in der 6., 8. und 9. Klasse und das neue Abschlusszertifikat werden in allen vier Nordwestschweizer Kantonen einheitlich daherkommen. Das sorgt für vergleichbare Bildungsniveaus der obligatorischen Schulen. Der Check in der 8. Klasse erleichtert den Betrieben, die Fachkräfte ausbilden, die Rekrutierung ihrer Lernenden. Auch für Schülerinnen und Schüler mit vergleichbaren Abschlüssen ist es leichter, eine Lehrstelle zu suchen.

 

  • Der Beitritt der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt zum HarmoS-Konkordat trägt bereits erste Früchte. Die langjährige Forderung der Wirtschaft nach einem einheitlichen Schulsystem im Wirtschaftsraum Basel wird mit dem neuen Bildungssystem beider Basel Tatsache. Die Stundentafel der neuen Volksschule der beiden Basel ist weitgehend harmonisiert, die Mobilität von Familien zwischen den beiden Basler Kantonen somit vollumfänglich gewährleistet.

 

  • Die Bildungsharmonisierung BL kommt einer langjährigen Forderung der Handelskammer entgegen, die MINT-Förderung voranzutreiben, weil uns sonst die Ingenieure und Techniker ausgehen. In der Stundentafel werden genau diese Fächer aufgestockt.

 

Mit den Anstrengungen zur Bildungsharmonisierung, sei es im Rahmen des HarmoS-Konkordats oder des Bildungsraums Nordwestschweiz, werden Standortnachteile, die aufgrund der unterschiedlichen Bildungssysteme bestehen, beseitigt. Diese Stossrichtung begrüsste und unterstützte die Handelskammer beider Basel von Beginn weg, und durch viele Gespräche, Sitzungen und Projekte ist klar: die Umsetzung der Bildungsharmonisierung ist eine Herkulesarbeit. Dass der Kanton Basel-Landschaft für das neue Schuljahr 2014/2015 bedeutende Neuerungen in Richtung Harmonisierung einführen kann, verdient von Seiten der regionalen Wirtschaft nur Anerkennung.

 

Ebenso sind neben der Umsetzung der lancierten Projekte bei der Bildungsharmonisierung weitere Anstrengungen nötig. So erkennt die Handelskammer, dass einige Bereiche wie beispielsweise die Reihenfolge der Fremdsprachen in den Nordwestschweizer Kantonen (im Kanton AG wird Frühenglisch, in den Kantonen BL, BS und SO Frühfranzösisch eingeführt) oder die Selektionsverfahren und -kriterien für die Übertritte in die Sekundarstufe I und die weiterführenden Schulen noch nicht harmonisiert sind. Die Kammer fordert Politik, Verwaltung und Schulen deshalb auf, die Harmonisierung auch in diesen Punkten weiter voranzutreiben und den Weg der Bildungsharmonisierung konsequent weiter zu verfolgen.

 

Die – bis dato noch nicht zustande gekommene – Initiative vom Komitee „Starke Schule Baselland“ zum Austritt aus dem HarmoS-Konkordat lehnt die Handelskammer ab. Ein Austritt von Baselland aus HarmoS würde nicht nur die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaftsregion Basel schwächen, sondern auch die bisherigen Anstrengungen des Kantons Basel-Landschaft in Frage stellen. Kommt erschwerend hinzu, dass ein Austritt aus dem Konkordat, wie es die Initianten fordern, frühestens Ende 2017 möglich wäre. Eine Rückkehr zum alten System, nachdem HarmoS inklusive Lehrplan21 bereits eingeführt wurden, würde in den Schulen, den Unternehmen und der Bevölkerung zu Verunsicherungen und für den Kanton Basel-Landschaft zu unnötigen Kosten führen.

 

Dieses Kurzreferat hielt Dr. Franz Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel, im Rahmen der Medienkonferenz zum Thema "Bildungsharmonisierung BL – Zusammen auf dem Weg" am 23. Juni 2014. Das Medienmitteilung zum Thema finden Sie als Download.

 

Download

Medienmitteilung Bildungsharmonisierung Basel-Landschaft

Dr. Franz A. Saladin
Direktor
f.saladin@hkbb.ch
T +41 61 270 60 70

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