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27. August 2014

Kantonsfusion prüfen? Ja!

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ wird als Aussage dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, zugeschrieben. Und so sicher wie das Amen in der Kirche werden wir diese Haltung auch am 29. September 2014 beobachten, sollte tags zuvor die Initiative zur Prüfung der Fusion der beiden Basel abgelehnt worden sein.

 

All die Gegner einer Prüfung der Fusion, welche heute scheinheilig die doch so gut funktionierende und ausbaubare Partnerschaft mit dem anderen Basel preisen, werden ein Nein zur Initiative für ihre Zwecke nutzen. Sie werden argumentieren, dass die Bevölkerung mit diesem Nein ein klares Zeichen zur Abgrenzung – sie werden es „Selbständigkeit“ nennen – gegeben habe. Verträge zur gemeinsamen Trägerschaft der Universität, zu harmonisierten Schulsystemen oder zum gemeinsamen Rheinhafen, welche schon heute regelmässig unter Beschuss stehen, werden es danach noch schwerer haben. Ganz zu schweigen von neuen, partnerschaftlichen Projekten, welche für eine prosperierende Region wirklich nötig wären.

 

Der Prozess zur Prüfung einer Kantonsfusion ist angestossen. Die Initiativen sind eingereicht und stehen zur Abstimmung. Sagt die Stimmbevölkerung am 28. September Nein zur Prüfung, wird dieses Nein einen schweren Keil zwischen die beiden Basel schlagen. Und die Gegner einer engeren Partnerschaft, welche wohl auch eine Mehrheit der Initiativgegner ausmachen, werden sicher dafür sorgen, dass dieser Keil zukünftig tiefer und tiefer geschlagen wird.

 

Nur ein Ja zur Prüfung der Fusion am 28. September kann beweisen, dass die beiden Basel im Grundsatz enger zusammenarbeiten möchten. Ob dies in eine Fusion gipfeln muss, zeigt sich erst bei der Abstimmung über die neue Verfassung in ein paar Jahren. Bis dahin und vor allem darüber hinaus müssen die beiden Basel kooperieren. Nur mit einem Ja zur Prüfung der Fusion am 28. September wird diesem Willen zur Kooperation auch wirklich Ausdruck verliehen.

 

Dr. Franz A. Saladin, Duggingen

Direktor der Handelskammer beider Basel

 

Lesen Sie mehr über die Argumente der Wirtschaft für die Prüfung der Fusion, schauen Sie sich das Video zur Fusionsprüfung an und diskutieren Sie am 8. September mit: Ein oder zwei Basel?

Dr. Franz A. Saladin
Direktor
f.saladin@hkbb.ch
T +41 61 270 60 70

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