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07. September 2016

Grüne Wirtschaft? So nicht!

Am 25. September stimmen wir über eine Initiative ab, die weitreichende Auswirkungen auf unseren persönlichen Alltag hat. Die Initianten fordern, dass wir den Verbrauch an natürlichen Ressourcen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten um zwei Drittel reduzieren. Franz Saladin, Direktor Handelskammer beider Basel, erläutert die möglichen Folgen der Initiative.

 

Franz A. Saladin

 
Ein bewusster Umgang mit der Umwelt ist doch gut, warum sind Sie gegen die Initiative «Grüne Wirtschaft»?

Es ist unbestritten, dass nicht nur wir persönlich, sondern auch die Wirtschaft mit Ressourcen schonend umgehen soll. Das macht auch betriebswirtschaftlich Sinn. Die Initiative ist jedoch der falsche Weg. Wir befürworten freiwillige Massnahmen und unterstützen beispielsweise die Klimaplattform, wo Unternehmen Best Practices austauschen. Was die Initianten verlangen, ist jedoch schlicht unrealistisch und schränkt die unternehmerische Freiheit der Firmen, aber auch persönliche Freiheit jedes Einzelnen zu sehr ein.

 

Mit welchen Einschränkungen muss jede und jeder von uns rechnen, wenn die Initiative angenommen wird?

Wir sind in vielen Lebensbereichen betroffen. Wir müssen unser Essverhalten ändern, unsere Mobilität einschränken und mit weniger Komfort wohnen. Nehmen wir die Mobilität: Ein Easyjet-Flug in die Metropolen der Welt oder an schöne Strände in den Sommerferien liegt konsequenterweise nicht mehr drin, denn Flugreisen fallen beim ökologischen Fussabdruck besonders ins Gewicht. Treibstoffe werden teurer, somit auch Flugreisen und Autofahrten. Ebenfalls teurer wird das Pendeln mit dem ÖV.

 

Welche weiteren Auswirkungen hätte die Initiative?

Der Morgenkaffee wird als teure Importware zum Luxus und wir können uns weniger Fleisch auf dem Teller leisten. Generell werden nicht saisonale Produkte, wie Südfrüchte, massiv teurer. Auch unser Mietzins wird steigen, und das bei weniger Wohnfläche für alle.

 

Solch diktierte, massive Eingriffe in den persönlichen Lebensstil ist unseres Erachtens der falsche Ansatz. Ein schonungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist sinnvoll, aber bitte ohne zahlreiche neue Vorschriften und höhere Abgaben sowie massive Konsum- und Produktionseinschränkungen. Die Mehrheit des Parlaments und der Bundesrat halten die Initiative für eine «Grüne (Zwangs-)Wirtschaft» zu recht für nicht umsetzbar. Deshalb: Nein zum grünen Zwang.

 

Dr. Franz A. Saladin
Direktor
f.saladin@hkbb.ch
T +41 61 270 60 70

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